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Kinder im Konflikt

Jedes Jahr trennt sich eine Vielzahl von Paaren, seien sie verheiratet oder unverheiratet. Häufig sind Kinder von diesen Trennungen betroffen. Mit der Trennung verändert sich nicht nur das Leben der Eltern, auch die Welt der Kinder wird durch einen Umzug oder den Auszug eines Elternteils auf den Kopf gestellt. Die Trennung der Eltern löst in vielen Fällen eine Krise oder zumindest Unsicherheit aus. Dem Wohl der Kinder dient es in aller Regel, wenn Eltern sich möglichst rasch auf ein vernünftiges Miteinander im Hinblick auf Betreuung und Erziehung mit ihren Kindern verständigen können, so dass diese ein unbelastetes und enges Verhältnis zu beiden Elternteilen haben können.

Die Wirklichkeit sieht oft anders aus. Die Handlungen und Reaktionen von Eltern nach einer Trennung stehen oftmals im Widerspruch zu dem Wunsch, das Wohl ihrer Kinder zu gewährleisten und in den Vordergrund zu stellen. Nicht in der Lage, zwischen der Paar- und der Elternebene zu trennen, können sie sich über Belange der Kinder nicht einigen und kritisieren das elterliche Handeln des anderen, so z.B.:

  • verhindern sie den Umgang mit dem anderen Elternteil,
  • beschimpfen Eltern einander,
  • gehen sie häufig vor Gericht,
  • bedrohen sie einander, schüchtern sich gegenseitig ein oder versuchen, ihren Ex-Partner zu kontrollieren,
  • sind sie aggressiv oder gewalttätig.

Kinder sind diesem Verhalten häufig schutzlos ausgeliefert. Die Auswirkungen können gravierend sein. Psychische Probleme, Verhaltensauffälligkeiten, Schwierigkeiten in der Schule sind nur einige Stichworte. Je länger ein Konflikt anhält, desto grösser ist das Risiko, dass die Trennung der Eltern dauerhafte Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder hat und bis ins Erwachsenenalter Wirkungen zeigt.

Was Eltern tun können

Eltern können den Bedürfnissen und Interessen ihrer Kinder gerecht werden, indem sie professionelle Beratung suchen. Das kann z.B. helfen, dass sie:

  • sich bewusst werden, dass Kinder trotz des elterlichen Konfliktes beide Eltern lieben,
  • zwischen Paar- und Elternebene unterscheiden,
  • das Kind nicht in die Auseinandersetzungen einbeziehen (es z.B. nicht als Boten zum anderen Elternteil einsetzen),
  • unterstützen, dass das Kind Kontakt zum anderen Elternteil hat und ihm vermitteln, dass es deshalb kein schlechtes Gewissen haben muss,
  • ihre Kinder nicht zur Partei machen,
  • ihren Kindern nicht das Gefühl vermitteln, auf die Bedürfnisse der Eltern Rücksicht nehmen zu müssen.

Mit einem Wort: ihren Kindern nach wie vor eine verlässliche Basis sind.